Internet Cafes kennt jeder. Es gibt sie in Innenstädten und in fast jedem Stadtviertel. In der Regel gibt es dort aber mehr reglementierte Windows-Rechner mit teils regulierten, geNATetten Internetzugriff und weniger gastronomischen Angebot.

Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht viel aber durchaus ausreichend Nachfrage für zentrale Zugriffspunkte mit Gigabit in fast jeder Stadt geben könnte.
Muss man mal große Daten, auf einen root-Server in einem Rechenzentrum hoch- oder runterkopieren oder möchte irgendwelche andere Daten gezielt zu Freunden befördern, hat man heute dazu keine schnelle live Methode/Übertragungsform. Oft muss man dann USB-Sticks oder ext. Festplatten per Post senden.
Vielleicht könnte man eine "Art" Internetcafe also einen Raum in der Nähe der städtischen Telekommunikations-Knotenpunkte finden und sich dort auf kurzer Distanz Glasfaser mit entsprechender Bandbreite + Volumen installieren. Dies ist sicher nichts für den normalen Internet-User oder jemanden mit kleinem Geldbeutel, aber es gibt bestimmt Leute, die das entsprechende Kleingeld haben sowie diesen Service nutzen würden.
Bei der Frage der Abrechnung könnte ich mir neben dem direkten Bezahlen des genutzten Services insbesondere eine (Vereins-) Mitgliedschaft vorstellen, womit man die Nutzer dauerhaft an das Cafe bzw. Partner-Cafes im Land bindet. Mitgliedern könnte man auch Speicherplatz anbieten.

Ausflug in die Technik:
Möglichst grundlegend abgesicherte Linux-Clients, öffentliche IPv4 + IPv6 Adressen, USB 3.0, Firewire 800, Thunderbolt Ports.
Im Backoffice könnte man Storage-Systeme anbieten, auf die sich die User verbinden können. So können sie / Freunde auch von Partner-Cafes auf ihren Speicher zugreifen, ggf. auch eine Art OwnCloud. Vielleicht macht auch ein eigener Server als gemeinsamer / interner Knoten beim DE-CIX Sinn (als eigener ISP über Darkfibers).
Mit der Zeit kann man sich sicher überlegen, ob man diese lokalen Speicher beibehält oder eine gemeinsame Lösung in einem Rechenzentrum besser ist. Je nachdem wie sehr die Datenzugriffe die lokalen Internetanbindungen belasten. Sicher ist dabei auch zu berücksichtigen, dass die Zuständigkeit für Rechner in eigenen Räumen juristisch eine andere ist, als in einem/mehreren Rechenzentren.
Ein weiteres Angebot könnte auch direktes Hosting von mitgebrachten oder vor Ort kaufbaren 19" Servern sein, ähnlich wie beim IN Berlin.

In so einer Umgebung ist natürlich schon etwas Gastronomie, zumindest ClubMate als Getränk und grundlegend etwas zu essen, wie Pizza oder Baguetts, eine gute Idee.
Auch der Verkauf von entsprechend großen Datenträgern (USB-Sticks, 2,5" Festplatten u.ä.) würde sich anbieten.
Vielleicht auch kleine Einführungen zum Thema Crypto und Truecrypt. Sprich Handouts und Weiterbildung wie Cryptopartys.

Hier könnten sich ggf. auch Linux User Groups, Chaostreffs/ERFAs, Fachschaften u.ä. Gruppen treffen.
Als Hackerspace würde ich diese Räume aber nicht sehen wollen. Lieber getrennte juristische Personen/Vereine, auch wenn es Überschneidungen der Personen gäbe.

Ich fasse zusammen: USE MORE BANDWITH.

Perspektive:
Dies kann natürlich nur eine Übergangszeit sein, bis alle Bürger zu Hause/mobil über entsprechende Bandbereiten verfügen. Aber dies Modell kann den Menschen erst einmal praktisch veranschaulichen, was mit diesen Bandbreiten möglich ist. updated 02.06.2013.


Feedback bitte per Mail an benny AT benny DOT de
Benjamin Hagemann, 01.06.2013


zurück zur Startseite

Impressum